Aktuelles

  • Stuttgart 21 – alternativlos?
    4. Februar 2020

    Hier der neue Flyer – Basis-Infos für Neugierige
    (hier auch als pdf-Datei zum Downloaden)

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  • Oberrealo mit Realitätsverlust
    30. Januar 2020
    Oberrealo mit Realitätsverlust

    Zu Kretschmanns Erklärung, der Konflikt um Stuttgart 21 sei „befriedet“

    Wenn sich Ministerpräsident Kretschmann wenige Tage vor der 500. Montagsdemo bemüßigt fühlt, via dpa zu verkünden, der Konflikt um Stuttgart 21 sei befriedet, also beendet, ist wohl mehr der Wunsch Vater des Gedanken, so Dr. Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnisses. Es sind die laufenden Hiobsmeldungen zu Stuttgart 21, die die Bürgerproteste immer wieder befeuern. Im Tunnel bei Obertürkheim laufen seit eineinhalb Jahren pro Sekunde 30 Liter Wasser von den Wänden, alle 5 Sekunden eine Badewanne voll. Wenn irgendwo in der Republik ein Zug in Brand gerät, wird vielen bewusst, was es bedeutet, 60 Kilometer Tunnel und zwei Tiefbahnhöfe ohne genehmigungsfähiges Brandschutzkonzept zu bauen. Entgegen allen Zusagen werden den Bürger*innen laufend S21-bedingte Streckensperrungen, Umleitungen, Verspätungen und Zugausfälle zugemutet. Besonderen Unmut bis in die Kreise der betroffenen CDU-Bürgermeister hinein hat die geplante Aufgabe der Gäubahnverbindung zum Hauptbahnhof ausgelöst, nach der jahrelang die Fernzüge aus Süden in Vaihingen enden würden. Die gesamte Planung auf den Fildern wird von einem Gutachten im Auftrag der Stadt Leinfelden-Echterdingen mangelnde Funktions- und Zukunftsfähigkeit attestiert. Hier und an anderen Stellen gibt es noch keine Planfeststellung.

    Auch der Eindruck, bei den Kosten und Fertigstellungsterminen notorisch belogen zu werden, empört viele Bürger. Gerade erst hat die DB den zugesagten Fertigstellungstermin Dezember 2025 gecancelt – wieder manipulativ verpackt in die Ansage eines „Stufenplans der Inbetriebnahme“, weil sie eben zentrale Bestandteile des Vorhabens, wie die Fildertrasse nicht fristgerecht, vermutlich nie, fertigstellen kann. Nach der Devise, was nicht sein darf, das nicht sein kann, scheint Kretschmann alles dies nicht mehr wahrzunehmen und erklärt montäglich hunderte und am kommenden Montag tausende protestierende Bürger für quasi nicht existent.

    Dass Kretschmann die von ihm eingebildete Befriedung mit seiner Politik des Gehörtwerdens erklärt, grenze an schwarzen Humor, so von Loeper. Seit Jahren verweigern die Landesregierung und ebenso die auch grün geführte Stadt jeden Dialog in der Sache. Erst kürzlich hat das Verkehrsministerium eine seit langem verabredete Diskussionsveranstaltung mit Experten im Stuttgarter Rathaus über die strittige Frage der Kapazität von Stuttgart 21 kurzfristig abgesagt. Gehört werden?

    Auftrieb hat die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 durch die jungen Klimaaktivist*innen erfahren, die schon auf etlichen Montagsdemos gesprochen haben. Dass der Weiterbau von Stuttgart 21 wegen seiner gutachterlich bestens belegten dauerhaften hohen CO2-Emissionen ein aktiver Beitrag zum Klimakollaps ist, kann den grünen Ministerpräsidenten offensichtlich nicht aus seiner Befriedungs-Lethargie wachrütteln. Vielleicht könnte es ein Besuch bei der 500. Montagsdemo am 3. Februar um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof?

    Kontakt:
    Eisenhart von Loeper 07452 4995
    Werner Sauerborn 0171 320 980 1

    zu Fragen der Demo:
    Matthias von Herrmann 0174 749 786 8

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  • 500. Montagsdemo am 3. Februar 2020 um 18 Uhr
    28. Januar 2020

    Am kommenden Montag,
    dem 3. Februar 2020
    findet um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof tatsächlich die

    500. Montagsdemo
    gegen den „Flaschenhals“ S21 statt,

    mit den Verkehrswissenschaftlern
    Prof. Heiner Monheim
    und Prof. Hermann Knoflacher,
    mit dem Journalisten Joe Bauer
    und der Bundestagsabgeordneten Sabine Leidig

    – und mit „Lenkungskreis Jazz“.

    Herzliche Einladung an alle Hoffnungsvollen, Resignierten, Durchhaltekünstler, Gelegenheits-Engagierten, Neuentschlossenen, Klimabesorgten…

    Warum?
    Warum gehen Menschen nun schon seit fast 10 Jahren jeden Montag auf die Straße,
    um gegen S21 zu demonstrieren?

    Weil S21 für Stuttgart und die Region eine Katastrophe wäre
    (der Schaden durch S21 wäre zu groß, als dass man ihn einfach hinnehmen könnte
    – und er wäre nie wieder revidierbar)
    und weil es weiterhin hervorragende Alternativen gibt. 

    • Weil mit S21 40 % weniger Züge abgefertigt werden könnten als zurzeit und für den Tiefbahnhof auf Dauer keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten bestehen.
    • Weil die bei S21 halbierte Bahnsteigfläche nicht für eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen reichen würde – das wird aber laut Koalitionsvertrag angestrebt.
    • Weil die 8 Gleise von S21 direkte Umsteigemöglichkeiten nur für 8 Fahrtziele bieten würden – Stuttgart ist aber der Mittelpunkt von 14(!) Zielen (also kein integrierter Taktfahrplan möglich).
    • Weil der Schrägbahnhof S21, dessen Gleise am einen Ende zweieinhalb Stockwerke höher liegen würden als am anderen, ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellen würde, das weltweit nicht genehmigungsfähig ist.
    • Weil sowohl im Tiefbahnhof als auch in den 60 km Tunnels kein ausreichender Brandschutz möglich wäre.
    • Weil die Infrastruktur auf den Fildern durch den „Mischverkehr“ von Fernzügen und S-Bahnen auf Dauer überlastet und nicht mehr erweiterbar wäre.
    • Weil es bei (wöchentlich vorkommenden) Teilsperrungen mit S21 keine Ausweichstrecken mehr gäbe.
    • Weil das Anfahren von Zügen gegen starke Steigungen und in Tunnels ein Vielfaches an Energie verbrauchen würde.
    • Weil S21 kein Verkehrs-Projekt ist, sondern ein Immobilienprojekt, das den Verkehr lediglich in Mitleidenschaft zieht.
    • …und, und, und…
    • Und weil es ein Kinderspiel ist, den Kopfbahnhof an ursprünglicher Stelle zu modernisieren und das schon für S21 Gebaute sinnvoll umzunutzen (z.B. E-Logistik in den Tunnels, ZOB, Parkhaus und Fahrradverleih im Tiefbahnhofgebäude) – wobei noch Milliarden gespart werden.
    • Und neue Wohnungen? Am aufgelösten Nordbahnhof kann sofort mit dem Bauen begonnen werden, wenn die Bahn ihre S21-Baulogistik wegräumt. Die Kopfbahnhofgleise („Rosenstein-Areal“) muss aber als Frischluftschneise und Kühlkörper für das Stuttgarter Kessel-Klima unbebaut bleiben.

    Deshalb 500 Montagsdemos:

    Weil Stuttgart und seine Region eine attraktive Alternative zum Autoverkehr braucht,
    um nicht darin zu ersticken.

    Und weil es diese Alternative gibt: www.umstieg-21.de

    Deshalb ganz herzliche Einladung zur 500. Montagsdemo!
    (Am besten eine Plastikflasche mitbringen, als Symbol des „Flaschenhalses“, den S21 darstellt.)

    Und nach der Demo ins Rathaus…

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  • „S 21 steht im Widerspruch zu den deklarierten klimapolitischen Zielen“
    17. Januar 2020

    Veranstaltung zu S21-Kapazität: Empörung über kurzfristige Absage des Verkehrsministeriums

    Können mit Stuttgart 21 die verkehrs- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung („Starke Schiene“, Deutschlandtakt“) erreicht werden?  Der Große Saal des Stuttgarter Rathauses war bis auf den letzten Platz besetzt, als hierzu unter der kompetenten Moderation von Christian Milankovic (Stuttgarter Zeitung) die Bahnwissenschaftler Prof. Wolfgang Hesse und Dr. Christoph Engelhardt, beide München, Stellung nahmen. Bei diesem Thema, dem die Verantwortlichen inklusive der Grünen Spitzen in Stadt und Land seit Jahren ausweichen, geht es nicht um technische Spitzfindigkeiten, sondern um existentielle, letztlich klimapolitische Fragen, so Dr. Eisenhart von Loeper, der die Veranstaltung für das Aktionsbündnis einleitete.

    Unter geduldiger Aufmerksamkeit des Publikums führten die Wissenschaftler ein in ihre Methodik und Arbeitsweise. Sie begrüßten den bahnpolitischen Paradigmenwechsel der Bundesregierung hin zum Deutschlandtakt, technisch ausgedrückt zum Integrierten Taktfahrplan. Sie wandten sich gegen begriffliche Umbiegereien. Der Taktfahrplan müsse integriert sein, also schnelle Umstiege zu fixen getakteten Zeiten zwischen allen Zuggattungen und in ganz Deutschland, auch in Stuttgart, ermöglichen.

    Ihr Fazit: „S 21 steht im Widerspruch zu den deklarierten Zielen für den D-Takt. Mit gigantischem finanziellen Aufwand wird vorhandene Bahn-Kapazität nicht erweitert, sondern zurückgebaut. Damit erweist sich Stuttgart 21 – neben den anderen bekannten Risiken (Schräglage, Brandschutz, Anhydrit, Überschwemmungen, …) als gigantische, kaum zu heilende Fehlplanung. S 21 konterkariert die Umwelt- und Klimaziele der Bundesregierung (u. a.) durch Verhinderung besserer, störungsfreier Bahn-Angebote und indirekt durch Begünstigung umweltschädlicher Verkehrsarten (Auto- und Flugverkehr).

    Mit einem Millionen-Werbeaufwand und immer neuen argumentativen Blendgranaten versucht die DB dem Druck des mit dem gesunden Menschenverstand Begreifbaren entgegenzuwirken – dass nämlich mit einer Halbierung der Gleiszahlen nicht das doppelte Fahrgastaufkommen realisiert werden kann, und dass zig-Tausende Wasenbesucher nicht auf halb so vielen Bahnsteigen Platz finden werden – auch wenn sie in Doppelstockwagen kämen.

    Detailliert entkräftet werden die Argumente, die nötige Kapazität könne statt per ITF durch einenS-Bahn-ähnlichen Hochleistungsbetrieb“ erreicht werden oder durch die elektronische Zugsteuerung ETCS oder durch kostspielige Zubauten und nachträgliche Verbesserungen. Siehe hierzu ausführlich die Beiträge und Folien von Engelhardt.

    „Dass Verkehrsminister Hermann in einem Schreiben seines Amtschefs Lahl die seit Mitte Dezember mit ihm verabredete Teilnahme seines Verkehrsexperten Hickmann (er selbst sei terminlich verhindert) drei Tage vor der Veranstaltung absagte, markiere nicht nur einen Tiefpunkt in den politischen Umgangsformen, sondern das werten wir als Kapitulation vor der Wahrheit“, so Bündnissprecher von Loeper. Am selben Tag nur von anderer Stelle aus machte Hickmann dann mit der Aussage Schlagzeilen, der 8-gleisige Tiefbahnhof erfülle die Kapazitätserwartungen. Damit schlagen sich Hickmann und wohl auch Hermann auf die Seite der Bahn-Mächtigen, deren baden-württembergischer Statthalter Krenz sich zu der absurden Aussage verstiegen hatte, S21 sei geradezu die Voraussetzung für den ITF. Dann sei wohl „das Nadelöhr auch wesentliche Voraussetzung für die Bewegungsfreiheit des Kamels“, kommentierte dies Hesse in seinem Beitrag.

    Vielleicht sollten sich die S21-Verantwortlichen ein Beispiel an den iranischen Mullahs nehmen. Die haben schon nach wenigen Tagen des Leugnens angesichts der erdrückenden Faktenlage ihren kapitalen Fehler (Abschuss eines Passagierflugzeugs) zugegeben.

    Der Integrale Taktfahrplan, so der Ausblick der Wissenschaftler, sei bei Sichtung aller Optionen nur durch das Konzept Umstieg 21, also den Erhalt und Ausbau des Kopfbahnhofs bei Umnutzung des bisher Gebauten realisierbar. Eine Second-Best-Lösung sei eine Kombivariante, die die Tiefbahnhofgleise halbiere, somit im Tiefbahnhof selbst größere Bahnsteige ermögliche, verbunden mit dem Erhalt von mindesten 12 oberirdischen Gleisen, so wie eine funktionierende Verbindung zwischen oben und unten.

     

    Kontakte:
    Referenten:
    Christoph Engelhardt 0176 969 36959
    Wolfgang Hesse 089 986 526
    Aktionsbündnis:
    Eisenhart von Loeper 07452 4995
    Werner Sauerborn 0171 320 980 1

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