PM: Die drohende Klimakatastrophe erfordert einen radikalen Schnitt auch bei Stuttgart 21 und…

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…erst recht kein zweites S21!

Anlässlich des weltweiten Klimastreiks am kommenden Freitag fordert das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, auf die im Koalitionsvertrag der Landesregierung vorgesehenen sogenannten S21-Ergänzungsprojekte zu verzichten. Sie laufen – mit weiteren 47 km Tunnel – auf ein zweites Stuttgart 21 hinaus. Das gilt auch für den von Verkehrsminister Hermann angestrebten zusätzlichen unterirdischen Kopfbahnhof.

„Wir lassen uns nicht in die Schein-Alternative zwischen entweder einem zu kleinen Tiefbahnhof oder klimabelastenden sogenannten Ergänzungsbauwerken hineinzwingen“, so Bündnissprecher Martin Poguntke. „Es kann nicht ernsthaft ein Milliarden-teurer zusätzlicher Kopfbahnhof unter der Erde gebaut werden, während wenige Meter darüber seit langem ein viel leistungsfähigerer bereits vorhanden ist. Die S21-Verantwortlichen müssen endlich vom alten Betondenken abrücken und ihrer klimapolitischen Verantwortung gerecht werden.“

Auch der „Bilger-Tunnel“ auf den Fildern, ein weiteres klimabelastendes Tunnelprojekt im Rahmen von Stuttgart 21-II, ist ein klimapolitischer Sündenfall. Leistungsfähiger und klimagerechter ist, es bei der bereits bestehenden Gäubahn-Führung über Stuttgart-Vaihingen und die Panoramastrecke zu belassen.

Die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 versteht sich als Teil der Klimabewegung. Gern und selbstverständlich folgt das Aktionsbündnis daher der Einladung der Stuttgarter Fridays, in der es heißt: „Wir schätzen euch als Organisation ganz besonders, da durch eure Expertise und Zielgruppe Klimagerechtigkeit eine neue und einzigartige Perspektive hinzugefügt wird. Darum bitten wir euch, uns unserem Aufruf zum Global Streik anzuschließen!“

Der Demozug in Stuttgart startet um 12 Uhr im Stadtgarten und endet um 13 Uhr im Oberen Schlossgarten bei der Staatsoper in einer Kundgebung mit einem Klimagerechtigkeitsfestival.

Weitere Updates auf den Social-Media-Kanälen der Fridays
und auf www.fridaysforfuture.de/allefuersklima

Kontakt:   Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Werner Sauerborn, 0171 320 980 1

PM: Aktionsbündnis fordert Abkehr von Gäubahn-Flughafenanbindung

S21 retten durch Angebotsverschlechterung?

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 fordert die Projektpartner des Projekts Stuttgart 21 auf, endlich von den Plänen Abschied zu nehmen, die Gäubahn über den Flughafen zum Hauptbahnhof zu führen. Im Zuge der Gespräche über den geplanten „Bilger“-Tunnel und damit der Neuverhandlung des S21-Finanzierungsvertrags bestehe die ideale Gelegenheit für eine grundsätzliche Neuorientierung, die der Klimakrise wirklich Rechnung trägt.

Die weitere CO2-trächtige Betonorgie von zusätzlichen 12 km Tunnel zwischen Böblingen und Flughafen ist in erster Linie der mangelnden Kapazität des Tiefbahnhofs geschuldet. Ihr opfert man sogar die Anbindung zweier Kreisstädte – Singen und Böblingen – an den Fernverkehr. Martin Poguntke, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Damit der viel zu kleine Tiefbahnhof nicht gar so schlecht dasteht, verschlechtert man den Bahnverkehr auf dem Land. Die Klimakrise fordert aber eine Verbesserung des Bahnverkehrs auf allen Ebenen.“

Und dazu gehört aus Sicht des Aktionsbündnisses auch ein Verzicht darauf, für eine viel zu kleine Zahl von Flugreisenden den gesamten Fernzugverkehr aus Süden über den Flughafen zu führen. Alle Verkehrs-Probleme auf den Fildern sind gelöst, wenn man – wie bisher – die Züge aus Zürich über die Panoramabahn in den Hauptbahnhof führt und die Fluggäste vom Regionalhalt Vaihingen per S-Bahn zum Flughafen bringt.

Kontakt:   Norbert Bongartz, 0711 698 076, Martin Poguntke, 0151 403 602 56

(aus technischen Gründen kann heute leider keine pdf-Version beigefügt werden – wir bitten um Verständnis.)

PM: Stopp aller Bauarbeiten rund um den Bonatzbau!

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Stuttgart 21 – eine Nummer zu groß für die Bahn

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 ist angesichts der heute Morgen entstandenen Schäden empört darüber, mit welcher Leichtfertigkeit offensichtlich mit dem denkmalgeschützten Bonatzbau umgegangen wird. Bündnissprecher Martin Poguntke: „Wir wissen noch nicht, was die konkrete Ursache ist. Wahrscheinlich ist aber, dass Erschütterungen durch Presslufthammer-Arbeiten dem ganzen Gebäude zugesetzt haben. Wenn aber hier an einer Stelle Schäden aufgetreten sind, an der derzeit gar nicht gearbeitet wird, ist zu befürchten, dass auch an anderen Stellen – jetzt noch unerkannte – Schäden auftreten werden.“

Das Aktionsbündnis fordert deshalb, alle Arbeiten am Bonatzbau solange einzustellen, bis Gewissheit über die Ursachen und mögliche weitere Schäden besteht. Es ist schlimm genug, dass dem Immobilienprojekt Stuttgart 21 Nord- und Südflügel des ursprünglich in Gänze denkmalgeschützten Bonatzbaus geopfert wurden. Es darf nun nicht auch der Hauptbau riskiert werden – auch wenn das für die Bahn möglicherweise die billigere Lösung wäre.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 warnt seit vielen Jahren davor, dass das Projekt S21 zu komplex für die Bahn und nicht beherrschbar ist. Es erinnert daran, dass dies nicht das erste unvorhergesehene Ereignis ist: Schon kurz nach Verlegung der Kopfbahnhofgleise stadtauswärts entgleisten die ersten Züge, weil man zu enge Gleisradien gebaut hatte. Wenig später brach ein Teil des Bahnsteigdachs zusammen, weil man entscheidende Stützen entfernt hatte. Später erschlugen*) herabfallende Teile einer frisch betonierten Tunneldecke einen Arbeiter. Dann schwemmte eine Flutwelle aus dem neuen Nesenbach-Düker einen Arbeiter im Rosenstein-Tunnel in den Tod. Zuletzt stand mehrfach die Schillerstraße unter Wasser, weil man die unter dem Tiefbahnhof hindurchführenden Abwassersammler für die in den letzten Jahren immer heftiger werdenden Starkregen zu gering dimensioniert hatte.

Poguntke: „Die Ursachen mögen jeweils ganz verschiedene gewesen sein. Gemeinsam ist den Vorfällen, dass aufseiten des Bauherrn fortgesetzt zu unvorsichtig und zu hastig agiert wurde, denn man will offensichtlich möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen mit diesem ganzen Projekt. Wann werden die politisch Verantwortlichen in Stuttgart und Berlin endlich die Reißleine ziehen und umsteuern? Die Gesellschaft braucht keinen Kommerz-Bahnhof mit Bonatzbau-Hotel, sondern einen leistungsfähigen und zukunftstauglichen, wie wir ihn mit dem Kopfbahnhof bereits haben.“

Kontakt:   Martin Poguntke, 0151 403 602 56

*) Uns ist zu unserem großen Bedauern ein Fehler passiert: Der betroffene Arbeiter wurde zum Glück “nur” erheblich verletzt, also nicht tödlich “erschlagen”. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

PM: Neue Pläne, um aus Stuttgart 21 ein Klimaschutz-Projekt zu machen

Kelchstützen für den Park – Güterverteilzentrum auf Stelzen

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat diese Woche ein aktualisiertes und wesentlich ergänztes Konzept vorgelegt, wie das für S21 bereits Gebaute klimaschonend und Geld sparend umgenutzt werden kann (www.umstieg-21.de). Aktionsbündnissprecher Dr. Norbert Bongartz: „Unsere neuen Vorschläge sind eine Antwort auf die weltweit und nun auch bei uns immer drastischeren Auswirkungen der Klimakrise. Alles muss jetzt auf den Klima-Prüfstand gestellt werden, auch das Projekt S21. Es muss jetzt umgesteuert werden auf eine vor der nächsten Generation verantwortbare Nutzung des bereits Gebauten.“

An Ideen dafür mangelt es der Arbeitsgruppe nicht: So sollen einige Kelchstützen südlich des Bonatzbaus umgenutzt werden: z.B. als vier Meter hoher Brunnen zur Befeuchtung des Parks, und zwei als Ausstellungs-Pavillon oder Rund-Café. Die Freiräume dazwischen – und eine deutliche Absenkung des Geländes beim Planetarium – werden dazu führen, dass im Oberen Schlossgarten die Überschwemmungsgefahr gebannt ist. Sie würde bei dem als bis zu sechs Meter hoher Damm wirkenden „Tief“bahnhof bei extremen Starkregen drohen.

Die Tiefbahnhofhalle soll – wie schon 2016 von der Arbeitsgruppe angedacht, aber nun mit konkreten Plänen dokumentiert – nicht für Züge genutzt werden, sondern als „City-Hub“ für ein vollautomatisches Logistiksystem. Es soll Waren-Paletten z.B. vom Schienenanschluss Untertürkheim durch den S21-Tunnel in die City und von dort auf der letzten Meile per Lastenräder und elektrischen Kleinfahrzeugen zu den Empfängern bringen.

Neu dazugekommen ist ein Güterverteilzentrum über der Autobahn A8 beim Flughafen – aufgeständert, damit kein weiterer wertvoller Filderboden versiegelt wird. Es soll dafür sorgen, dass Güter auch von dort in die S21-Tunnel zur City gelangen und so deutlich weniger Lieferverkehr in die Stadt fährt.
(Siehe das exklusiv erstellte 3-Minuten-Video: https://www.youtube.com/watch?v=e0YsvgzILcA)

Schon in ihrem bisherigen Konzept hatten die Fachleute der Arbeitsgruppe UMSTIEG21 vorgesehen, dass u.a. der modernisierte Kopfbahnhof mit einem transparenten Solardach versehen und wieder an den Bonatzbau zurückversetzt wird. Und unter den Gleisen soll – über Aufzüge und Treppen direkt erreichbar – ein Zentraler Omnibusbahnhof, ein Parkhaus und ein Fahrradverleih mit Werkstatt etc. Platz finden. Das soll nun ergänzt werden durch die City-Logistik und eine angepasste Wiederherstellung des Schlossgartens.

Kontakt: Norbert Bongartz 0711 698 076, Martin Poguntke 0151 403 602 56