PM: Neue Pläne, um aus Stuttgart 21 ein Klimaschutz-Projekt zu machen

Kelchstützen für den Park – Güterverteilzentrum auf Stelzen

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat diese Woche ein aktualisiertes und wesentlich ergänztes Konzept vorgelegt, wie das für S21 bereits Gebaute klimaschonend und Geld sparend umgenutzt werden kann (www.umstieg-21.de). Aktionsbündnissprecher Dr. Norbert Bongartz: „Unsere neuen Vorschläge sind eine Antwort auf die weltweit und nun auch bei uns immer drastischeren Auswirkungen der Klimakrise. Alles muss jetzt auf den Klima-Prüfstand gestellt werden, auch das Projekt S21. Es muss jetzt umgesteuert werden auf eine vor der nächsten Generation verantwortbare Nutzung des bereits Gebauten.“

An Ideen dafür mangelt es der Arbeitsgruppe nicht: So sollen einige Kelchstützen südlich des Bonatzbaus umgenutzt werden: z.B. als vier Meter hoher Brunnen zur Befeuchtung des Parks, und zwei als Ausstellungs-Pavillon oder Rund-Café. Die Freiräume dazwischen – und eine deutliche Absenkung des Geländes beim Planetarium – werden dazu führen, dass im Oberen Schlossgarten die Überschwemmungsgefahr gebannt ist. Sie würde bei dem als bis zu sechs Meter hoher Damm wirkenden „Tief“bahnhof bei extremen Starkregen drohen.

Die Tiefbahnhofhalle soll – wie schon 2016 von der Arbeitsgruppe angedacht, aber nun mit konkreten Plänen dokumentiert – nicht für Züge genutzt werden, sondern als „City-Hub“ für ein vollautomatisches Logistiksystem. Es soll Waren-Paletten z.B. vom Schienenanschluss Untertürkheim durch den S21-Tunnel in die City und von dort auf der letzten Meile per Lastenräder und elektrischen Kleinfahrzeugen zu den Empfängern bringen.

Neu dazugekommen ist ein Güterverteilzentrum über der Autobahn A8 beim Flughafen – aufgeständert, damit kein weiterer wertvoller Filderboden versiegelt wird. Es soll dafür sorgen, dass Güter auch von dort in die S21-Tunnel zur City gelangen und so deutlich weniger Lieferverkehr in die Stadt fährt.
(Siehe das exklusiv erstellte 3-Minuten-Video: https://www.youtube.com/watch?v=e0YsvgzILcA)

Schon in ihrem bisherigen Konzept hatten die Fachleute der Arbeitsgruppe UMSTIEG21 vorgesehen, dass u.a. der modernisierte Kopfbahnhof mit einem transparenten Solardach versehen und wieder an den Bonatzbau zurückversetzt wird. Und unter den Gleisen soll – über Aufzüge und Treppen direkt erreichbar – ein Zentraler Omnibusbahnhof, ein Parkhaus und ein Fahrradverleih mit Werkstatt etc. Platz finden. Das soll nun ergänzt werden durch die City-Logistik und eine angepasste Wiederherstellung des Schlossgartens.

Kontakt: Norbert Bongartz 0711 698 076, Martin Poguntke 0151 403 602 56