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19.5.2013 : 0:09 : +0200

Thomas Braun ...

... im Presse-Spiegel

"Ich denke, die Chancen stehen 60 zu 40"
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Nachbarschaftsstreit flammt wieder auf
(StZ, 13.3.2010) [weiter]

Fernbusse sollen am Flughafen halten
(StZ, 10.3.2010) [weiter]

Wanderpokal: wohin mit dem Busbahnhof?
(StZ, 27.2.2010) [weiter]

Busbahnhof soll doch nicht nach Vaihingen
(StZ, 25.2.2010) [weiter]

Kommentar: Missachtung
(StZ, 24.2.2010) [weiter]

Bahn glänzt im Ausschuss durch Abwesenheit
(StZ, 24.2.2010) [weiter]

Grundwasser: Messetunnel wird zum Sanierungsfall
(StZ, 8.2.2010) [weiter]

Prellbock bleibt auf dem Abstellgleis
(StZ, 4.2.2010) [weiter]

Projektgegner wollen Widerstand nicht aufgeben
(StZ, 3.2.2010) [weiter]

Baustellen prägen die Stadt
(StZ, 1.2.2010) [weiter]

Die Bonatzerben fordern die Bahn heraus
(StZ, 11.1.2010) [weiter]

Zweifel an Grubes Rechnung
(StZ, 16.12.2009) [weiter]

Bonatzerben erwägen Klage gegen Umbau
(StZ, 8.12.2009) [weiter]

Geologen warnen vor Quellgips
(StZ, 27.9.2009) [weiter]

Jurist über Stuttgart 21
(StZ, 13.7.2009) [weiter]

Matthias Roser - Der "Sekretär des Bahnhofs" kämpft
(StZ, 10.8.2009) [weiter]

Kommentar: Missachtung

Die Bahn mauert immer noch, wenn es um Details zum Bahnprojekt Stuttgart 21 geht.

Man mag ja ein gewisses Verständnis dafür aufbringen, dass sich die Bahn schwertut, einen kompetenten Vertreter zu einer Podiumsdiskussion über Stuttgart 21 ins Theaterhaus zu entsenden, wo heute Abend vermutlich die dem Projekt skeptisch gegenüberstehenden Bahn-Experten viel Beifall einheimsen werden. Doch unter Partnern - und als solche firmieren Stadt und Schienenkonzern bei dem Milliardenprojekt - sollte man einen anderen Umgang pflegen.

Die kurzfristige Absage der für Stuttgart 21 zuständigen DB-Projektbau, dem Rat über die Baumaßnahmen im Schlossgarten Rede und Antwort zu stehen, zeigt, dass die Vorgabe von Bahn-Chef Grube, die Öffentlichkeit rechtzeitig über alle Schritte zu informieren, noch nicht bei den Projektplanern angekommen ist. Der Verweis darauf, dass sich bei Bedarf alles in dem mehrere Hundert Seiten dicken Planfeststellungsbeschluss nachlesen lasse, ist schlicht eine Missachtung des Gemeinderats. Es entspricht den Spielregeln, dass sich Investoren, deren mit Steuergeld finanzierte Bauprojekte öffentlichen Raum beanspruchen, den Fragen der Stadträte stellen müssen. Dies war auch unter der früheren Ratsmehrheit so, die jetzt das Begehren der Grünen als Theaterdonner und Spektakel geißelt.

Mag der Projektsprecher Wolfgang Drexler noch so sehr die Werbetrommel für Stuttgart 21 rühren - den direkten Dialog mit den politisch Verantwortlichen ersetzt das nicht. Erst recht nicht, wenn es um konkrete Fragen wie etwa das Wegekonzept für den Schlossgarten während der mindestens zehnjährigen Bauzeit geht. Wer nicht gewillt ist, den Stadträten die Möglichkeit zum Nachhaken zu geben, setzt sich dem Verdacht aus, er habe etwas zu verbergen.

Zugleich zeigt sich hier ein Konstruktionsfehler in der Kommunikationsstrategie der Bahn. Bei allem Bemühen um Information ist "Mister Stuttgart 21 Wolfgang Drexler" darauf angewiesen, dass ihn die Ingenieure und Planer der Bahn entsprechend munitionieren. Doch die gehen lieber auf Tauchstation, wenn es um die Details geht.

Das verheißt für die nächste Dekade nichts Gutes. Denn nicht nur im Privatleben gilt eine gestörte Kommunikation unter Partnern mittlerweile als Hauptursache für eine zunehmende Entfremdung.

Von Thomas Braun

erschienen am 24.2.2010 in der Stuttgarter Zeitung