Nein zu Stuttgart 21
Die zehn wichtigsten Argumente.
Ist Stuttgart 21 ein Bahnprojekt?.
Wird die Region Stuttgart abgehängt?.
Bringt Stuttgart 21 Vorteile für den Nahverkehr?.
Ist Stuttgart 21 kundenfreundlich?.
Die Kostenlüge.
Die Zerstörung der Stadt.
Die politische Kultur.
Konjunkturprogramm und Arbeitsplätze.
Das Stuttgart 21-Kartell.
Werner Wölfle bei der Kundgebung am 11.10.2008
Sehr geehrte Damen und Herren,
danke für diese eindrucksvolle Umarmung:
deshalb nochmals von vorne:
liebe Liebhaberinnen und Liebhaber unseres denkmalgeschützten Bahnhofs,
danke für diesen großartigen Liebesbeweis.
Wir lieben unseren Bahnhof,
- weil wir ohne Rolltreppen ebenerdig ein-, aus-, und umsteigen können.
- weil auf dem Nachbargleis schon der nächster Zug wartet,
- weil er ein wunderbares, lebendiges Stück Zeitgeschichte ist,
- weil er zu Stuttgart gehört, wie das Mineralwasser.
Gestern schrieb der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung: "Die Rede allein den Gegnern zu überlassen, die am Wochenende mit einer Menschenkette gegen das Großvorhaben demonstrieren, ist freilich falsch."
Recht hat der Mann.
Mit einander Reden hilft in den meisten Konflikten.
- Wer aber auf stur und taub stellt,
- wer 67.000 Tausend Unterschriften weg wischt und für rechtswidrig erklärt,
- wer renommierte Gutachter als unqualifiziert abkanzelt, dann aber scheibchenweise Mehrkosten zugeben muss,
- wer versucht im Kleingedruckten zu verstecken, dass der Flughafen so schnell mal 112 Mio. an die Bahn AG zu überweisen muss, um dort eine Wirtschaftlichkeit hinzurechnen,
- wer versucht mit teuren Werbekampagnen statt im Dialog zu überzeugen,
- wer wie OB Schuster namhafte Architekten aus dem In- und Ausland, die sich für den Erhalt unseres ganzen Bahnhofs einsetzen, für dumm verkaufen will,
- wer auf diesen Appell der Architekten dreist erklärt, der Bahnhof bleibe doch erhalten, dabei weiß jeder, dass nur die Vorderfront als Torso stehen bleiben soll.
Wer so handelt, verspielt Vertrauen.
Und wozu verspieltes Vertrauen führt, erleben wir gerade alle schonungslos.
Herr Oberbürgermeister Schuster und Herr Ministerpräsident Oettinger, kommen Sie endlich aus dem Tunnel. Verspielen Sie nicht das letzte Vertrauen in die Dialogfähigkeit der Demokratie.
Scheuen Sie sich nicht, zuzugeben, dass 15 Jahre alte Pläne nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Zeigen Sie, dass Politik lernfähig ist und verschanzen Sie sich nicht hinter Propaganda und Werbung.
Die Bahn sei Herrin des Verfahrens - diese Ausrede zählt nicht. "Wer zahlt, schafft an", heißt es. Und so, wie die bisherigen Finanzvereinbarungen aussehen, zahlt nicht die Bahn, sondern Stadt und Land am meisten. Und wenn heute in den Stuttgarter Nachrichten endlich zu lesen ist, dass die Bahn weitere 300 Mio. will und braucht, dann beweißt dies: Die Bahn will S 21 nicht und wir auch nicht.
Die Bahn weiß, wie teuer S 21 wirklich wird.
Deshalb gibt es noch keine Finanzierungsvereinbarung.
Es liegt nicht an fehlenden formalen Beschlüssen, Herr Oettinger sie hatten schon bessere Stories.
Stoppen Sie den Zug in den Keller. Wir wollen nicht nur alle schnell nach Bratislava. Wir wollen, dass auch noch Geld da ist für einen modernen Nah- und Regionalverkehr.
Wir Gegner von S 21 wissen auch nicht alles. Projekte werden dann am besten, wenn die Gegenseite Ernst genommen und gemeinsam nach der optimalen Lösung gesucht wird.
Wir haben schon viele Treffer gelandet, die Wirkung zeigen. Wirkung, die endlich auch Parteien erreicht, die bisher in Nibelungentreue zu S 21 standen, wie die SPD in Stadt und Land.
Lieber Peter Conradi, du hättest heute hier als bekanntes, aber einsames SPD-Mitglied reden sollen, bist aber krank. Ich wünsch dir gute Besserung und dass du endlich in deiner Partei mutige Menschen findest, die sich so trauen wie du.
Uns wünsche ich, dass S 21 schnell technisch K. O. geht und es schnellstens einen Neuanfang gibt.


