Aktuelles

  • PM zu Sondersitzung des S21-Lenkungskreises zum Gäubahndrama
    16. Juli 2022

    (hier als pdf-Datei)

    Schildbürgerstreich als Klimaverbrechen

    „Heillos verfangen haben sich die Verantwortlichen im Gestrüpp der chaotischen S21-Planungen“, so Bündnissprecher Dieter Reicherter vor der Sondersitzung des S21-Lenkungskreises zur drohenden Stilllegung des Panoramaabschnitts der Gäubahn. Seit gut 20 Jahren scheitern die Bahn und die „S21-Verbesserungspolitiker*innen“ daran, eine genehmigungsfähige Planung für die Gäubahnanbindung des Flughafens vorzulegen. Nun warten die Verantwortlichen mit zwei neuen Zumutungen auf.

    Als neue rettende Idee zaubert die Politik jetzt den „Pfaffensteigtunnel“ aus dem Hut. Zwei Röhren mit jeweils ca. 11,5 km Länge sollen die Gäubahnzüge an Böblingen vorbei unterirdisch zum Flughafen führen.

    • Während die öffentlichen Haushalte an ihre Belastungsgrenzen stoßen, sollen dafür weitere gutachterlich bestätigte 2,7 Mrd.€ ausgegeben werden
    • Während die Welt sich immer mehr dem Klimakollaps nähert, soll hier erneut die Emission Hunderttausender Tonnen Treibhausgase in Kauf genommen werden für den CO2-intensiven Tunnelbau und z.B. für errechnete 266 000 zusätzlicher LKW-Fahren für Tunnelaushub
    • Während die Klimapolitik auf die Reduzierung des Flugreisens drängt, soll mit der Bahnanbindung des Stuttgarter Flughafens das Fliegen attraktiver gemacht werden
    • Während weltweit immer mehr Menschen verhungern, würden auf den Fildern 30 ha fruchtbarster Ackerböden allein für die Baustelleneinrichtung nördlich des Flughafens geopfert.

    „Das ist nicht nur ein Schildbürgerstreich, das ist ein Klimaverbrechen“, so Reicherter.

    Die zweite Zumutung folgt aus der ersten. Weil die Flughafenanbindung bis auf Weiteres gescheitert ist, Stuttgart21 aber Ende 2025 teileröffnet werden soll, plant die Bahn die Kappung der Gäubahnzufahrt zum Bahnknoten Stuttgart bis eine S21-kompatible Lösung für die Flughafenanbindung gefunden sei, also eher bis zum St.-Nimmerleinstag. Pendler*innen und Fahrgäste auf der Fernverbindung von Zürich über Stuttgart nach Norden müssten irgendwo im Vorfeld umsteigen, um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Viele Reisende würden auf das Auto umsteigen. Verkehrswende rückwärts! Die wichtigste Ausweichstrecke bei den häufigen Störungen auf der S-Bahn-Stammstrecke wäre blockiert. Nach Ansicht der Verantwortlichen sei die direkte Zufahrt nicht mehr möglich, weil sie den geplanten Städtebau auf dem Gleisvorfeld, der wichtigsten Stuttgarter Frischluftschneise, behindere – ein weiterer klimapolitischer Frevel!

    Während die S21-Planerei immer neue Blüten treibt, nehmen Unpünktlichkeit, Fahrlässigkeiten und Beinahe-Katastrophen fast täglich zu. Es ist Zeit, sich mit dem Gedanken des endgültigen Scheiterns des Projekts anzufreunden und das Nachdenken über klimagerechte Alternativen zuzulassen. Dies fordert das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung. Ein sofortiger Planungsstopp für den Pfaffensteigtunnel sowie umgehende Schritte zum Erhalt der oberirdischen Zuführung zum Stuttgarter Hauptbahnhof sind das Mindeste, was der Lenkungskreis am Montag beschließen sollte.

    Protestaktion zur Sondersitzung des S21-Lenkungskreises:
    Montag, 18. Juli, um Fünf nach Zwölf (12.05h) vor dem Sitz der Region Stuttgart, Friedrichstraße 10 (Ecke Kronenstraße)
    Es spricht u.a. ein/e Klimaaktivist*in von Fridays for Future

    Kontakt:
    Dieter Reicherter 07192 930522 / 0151 2637113
    Werner Sauerborn 0171 320 980 1

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  • Werners Rundmail vom 8.7.22
    8. Juli 2022

    (hier als pdf-Datei)

    Liebe Freundinnen und Freunde,
    am kommenden Sonntag um 11h große Kundgebung der Schutzgemeinschaft Filder und der dortigen Bauern auf dem mutmaßlichen Baufeld des geplanten Pfaffensteigtunnels!
    Trotz krisenbelasteter öffentlicher Haushalte sollen weitere 2.7 Mrd.€ für einen weiteren 11,5km langen zweiröhrigen S21-Tunnel ausgegeben werden. Und noch skandalöser: während weltweit Menschen aufgrund des fortschreitenden Klimawandels leiden, fliehen müssen, obdachlos werden und sterben – bei Gletscherabbrüchen, Dürren, Waldbränden oder Überflutungen, sollen hier für ein längst gescheitertes Projekt weitere 355 000 t Treibhausgase1) emittiert und wertvolle Ackerflächen vernichtet werden, die angesichts der weltweiten Hungerkrise dringend gebraucht werden. Ein Klimaverbrechen, das Teil des Koalitionsvertrags der grün (!) – schwarzen baden-württembergischen Landesregierung ist! Das ist nicht Realpolitik, das ist Irrealpolitik!

    1) Allein bezogen auf den Tunnelbau, laut Gutachten Karlheinz Rößler 2021. Gesamtemissionen laut Schutzgemeinschaft Filder: 600.000t CO2

    „Stoppt den weiteren Landraub auf den fruchtbaren Fildern!“ heißt es im Aufruf der Schutzgemeinschaft, „was jetzt geplant ist, stellt unsere Zukunft und die unserer Kinder in Frage!“

    Zugleich läutet die Filderdemo eine neue Etappe im Widerstand gegen Deutschlands dümmstes Großprojekt ein: den Kampf gegen Stuttgart 21 II.

    Damit sind die vier sogenannten Ergänzungsprojekte des Koalitionsvertrags gemeint, mit denen das Stuttgart 21, um das es bisher immer ging und weiter gehen wird, vor dem finalen Scheitern gerettet werden soll.
    Seit über 20 Jahren hätten die Verantwortlichen wissen können, dass es bahntechnisch nicht machbar ist, den Fernverkehr zusätzlich zu den dicht getakteten S-Bahnen (Mischverkehr) auf der Fildertrasse nach Westen zu führen. Der Pfaffensteigtunnel ist eine kaum verbrämte Kapitulationserklärung für das Scheitern der bisherigen Planungen – und seinerseits das vorprogrammierte nächste Scheitern: er ist klimapolitisch unverantwortlich, hängt Singen und Böblingen vom Fernverkehr ab und würde erst Ende der 30er Jahre fertig.
    Nicht minder absurd ist ein weiteres Projekt von Stuttgart21 II: Winnie Hermanns Idee eines ergänzenden unterirdischen Kopfbahnhofs. Weil Deutschlands dümmstes Großprojekt von vornherein zu klein geplant war und nun gebaut wird, kämpft Hermann jetzt für einen sechsgleisigen unterirdischen Kopfbahnhof. Dem ungläubigen Zuhörer muss man das immer zweimal erläutern: Oberirdisch sollen 16 funktions- und ausbaufähige Gleise abgerissen werden, um einem zu kleinen Bahnhof zu weichen, der dann unterirdisch wieder um 6 Gleise ergänzt werden soll. Auch das eine kaum verbrämte technische Kapitulationserklärung von Stuttgart21! Oder wenn man‘s humoristisch sehen will: der perfekte Schildbürgerstreich!
    Noch sind Bagger und Baumaschinen auf der zu erwartenden riesigen Baueinrichtungsfläche nicht aufgefahren. Wenn es so weit kommt mit diesem ersten der vier Projekte von Stuttgart 21 II, werden sicher auch wieder Aktionsformen aus den Anfängen des Protests gegen Stuttgart21 (I) aktuell.

    Hier noch ein genauer Lageplan und ein paar Tipps der Schutzgemeinschaft, damit die Anfahrt und Anreise zur Kundgebung problemlos möglich sind:

    Aus dem Raum Stuttgart ist der Langwieser See / Hof Gehrung über die Bushaltestelle (HST) Plieningen Post gut zu erreichen:
    • Aus Stuttgart Linien: 65, 70,73,74,76 zur HST Post
    • Aus Neuhausen fährt der 73er zur HST Post
    • Aus Filderstadt-Bernhausen Linien 74 und 76 zur HST Post
    Von der HST Post ist der kürzeste Weg zu den Langwiesen die Straße “Am Halfgarten” hoch, ca. 15 Minuten zum Langwieser See.
    • Aus Scharnhausen der 122 zur HST Post oder HST “Im Köpfert” (nahe Hof Gehrung, ca. 5 Min. zu Fuß)

    Genau genommen ist die Filderdemo am Sonntag nicht die erste, bei der gegen Stuttgart21 II protestiert wird. Auf den Montagsdemos ist das schon seit langem Thema!

    Die nächste Volkshochschule unter freien Himmel ist die

    619. Montagsdemo am 11. Juli ab 18 Uhr auf dem Schlossplatz
    mit
    Carly Schweizer, Sprecher der Aktionsgemeinschaft Inselbahnhof
    Bernd Riexinger, Stuttgarter MdB ‘Die LINKE’ und Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestags
    Rainer Markus Wimmer; kabarettistisch poetischer Liedermacher und Autor
    Michael Kaufmann, Badener gegen Stuttgart 21, Moderation

    Danach: Demozug zur Mahnwache und Schwabenstreich
    Davor: Raddemo 17.45h ab Feuerbach – gesund + aktiv zur MoDemo!

    & Gruß von Werner, auf Twitter: @WernerBorn_

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  • PM: Gefahr für Bahn in Untertürkheim noch nicht gebannt
    22. Juni 2022

    (hier als pdf-Datei)

    Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 fordert Aufklärung und Notfallkonzept

    Gefahr für Bahn in Untertürkheim noch nicht gebannt

    Nach der Gleisabsenkung in Stuttgart-Untertürkheim ist schonungslose Transparenz und Aufklärung der Ursachen nötig – und ein Notfallkonzept für den Fall, dass dort an weiteren Gleisen Absenkungen entstehen. Denn alle dortigen Gleise werden von den S21-Tunnels auf dieselbe Bauweise unterfahren, die nun zu der gefährlichen Absenkung geführt hat. Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Diese Gleise sind die Lebensader Stuttgarts: Nicht nur der Fernverkehr, sondern auch die Verbindung zum Ölhafen darf nicht leichtfertig Risiken ausgesetzt werden, bis hin womöglich zu Unglücken mit entgleisten Tankwagen.“

    Es ist beunruhigend, dass die Deutsche Bahn erst reagiert hat, nachdem ein großes Loch unter einem S-Bahn-Gleis entstanden war, obwohl schon vorher Lokführer Probleme mit der Gleislage wahrgenommen hatten. Und es ist wenig vertrauenerweckend, wenn das Unternehmen in einer ersten Meldung behauptet hatte, der Schaden sei „sofort behoben“ worden, obwohl er bis heute nicht behoben ist. Martin Poguntke, ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnisses: „Ich fürchte, dass bei der Deutschen Bahn die Kontrollmechanismen nicht richtig greifen. Die Bahn scheint sich in solchen Situationen selbst zu untersuchen; es bräuchte dafür aber eine wirklich unabhängige Instanz, nicht eine dem Bundes-Verkehrsminister unterstellte Behörde.“

    Diese Panne, die zu einem schweren Zugunglück hätte führen können – und immer noch kann –, ist ja nur eine in einer langen Reihe von Pannen bei S21-Bauarbeiten: Beim Abriss des Bonatzbau-Südflügels wurde eine Passantin fast von einem umherfliegenden Betonbrocken erschlagen; das Dach über Gleis 16 stürzte auf einen mit Fahrgästen besetzten Zug, im Gleisvorfeld entgleisten drei ICEs, am Feuerbacher Bahnhof schwenkte ein Kran mit Lasten über dem Fußweg zum Bahnhof und letztes Jahr stürzte ein Fassadenteil des Bonatzbahnhofs neben den Taxistand. Poguntke: „Bei den S21-Bauarbeiten geht ganz offensichtlich Schnelligkeit vor Sicherheit, um Kosten zu sparen. Das ist – zumal bei einem Staatsunternehmen – nicht hinnehmbar. Hier muss auch die Stadtverwaltung aktiv werden, um die vitalen Interessen Stuttgarts zu wahren.“

    Alle diese Pannen hätten durch vorsichtige Vorgehensweise vermieden werden können. Und auch die Panne in Untertürkheim kam nicht überraschend. Es ist allseits bekannt, dass im wasserführenden Neckarkies – wie in Rastatt, wo 2017 bei Tunnelarbeiten unter der Haupt-Nord-Süd-Verbindung ebenfalls ein Gleis absackte – extrem schwierig zu bauen ist. Und es war bekannt, dass eine Abfangung der Gleise durch eine bauzeitige Brücke die sichere Lösung gewesen wäre. Reicherter: „Es muss endlich Schluss sein damit, dass die Bahn mit diesem Projekt nicht nur Leib und Leben von Menschen riskiert, sondern auch Schäden für Wirtschaft und Energieversorgung – sowohl bei den Bauarbeiten für S21, als auch im späteren Betrieb, z.B. angesichts des ungeklärten Brandschutzes in den Tunneln. Ein Umsteuern z.B. auf das Konzept Umstieg 21 ist immer noch möglich und nötig.“

    Kontakt:
    Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31
    Martin Poguntke, 0151 403 602 56

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  • Mobilitätswende im Interesse des Klimas – im Interesse der Menschen JETZT!
    22. Juni 2022

    Pressemeldung des “Aktionsbündnisses Bahn Bürgerinitiativen Deutschland” (ABBD), einem Zusammenschluss von über 20 Initiativen – in ganz Deutschland, die sich gegen klimaschädliche Bahngroßprojekte engagieren, zu dem auch das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 gehört:

    (hier als pdf-Datei)

    Mobilitätswende im Interesse des Klimas – im Interesse der Menschen JETZT!

    Das ABBD fordert die Erarbeitung eines Zielfahrplans „Vernunft“, der auf die Prämissen „Nutzen, was da ist“ sowie „Ausbau vor Neubau – auch für den Güterverkehr“ bei geringeren Geschwindigkeiten setzt.
    Emissions-, energie- und ressourcensparende Zielsetzungen müssen vorrangig berücksichtigt werden.

    Die aktuelle Verkehrspolitik und der Verkehrswegeplan müssen überprüft – und angepasst werden

    • Parteipolitik und Lobbyinteressen bremsen zukunftsfähige Verkehrspolitik aus
    • Die Superlative „höher-schneller-weiter“ der aktuellen Verkehrspolitik verschärfen die Klimakrise
    • Branchenwunsch statt Bürgerwille – der Zielfahrplan des Deutschlandtaktes
    • Schnell viel bauen – statt schnell und unkompliziert CO2 Emissionen verhindern
    • Freie Fahrt für freie Bürger – gerne. Mit Augenmaß und Tempolimit

    Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland kritisiert …
    Parteipolitik und Lobbyinteressen bremsen zukunftsfähige Verkehrspolitik aus
    Parteipolitische und lobbyistische Interessen bremsen seit jeher eine zukunftstaugliche Verkehrspolitik aus. Seit Jahren warnen Wissenschaftler, Politiker, Naturschützer und insbesondere engagierte Bürgerinitiativen vor einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik.

    Die Superlative „höher-schneller-weiter“ der aktuellen Verkehrspolitik verschärfen die Klimakrise
    Christoph Ohliger, Sprecher des Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland resümiert: „Egal welche Daten und Fakten, Studien, wissenschaftlichen Erkenntnisse oder kritischen Einwendungen von Bürger*innen herangezogen werden – sie zeigen alle dieselben Fehlstellen auf. Doch Bundes- und Landespolitik, sind derart schwerfällig in Sachen zukunftsorientierter Entscheidungen, dass man schier verzweifelt.“ Immer wieder werden dieselben Fehlentscheidungen getroffen.

    Branchenwunsch statt Bürgerwille – der Zielfahrplan des Deutschlandtaktes
    Einer der Bautreiber für die Bahn ist der Deutschlandtakt. Eine grundsätzlich hervorragende Idee, den Bahnverkehr in Deutschland zu vertakten. Wenn es nicht das Aber gäbe: „Der Zielfahrplan Nr. 3, der den Bauplänen der Bahn als Vorlage dient, ist unbezahlbar teuer. Denn dafür sind viele Neubauten erforderlich, die sich in die Kategorie ‘Stuttgart21’ einreihen lassen. Das bedeutet, dass die Projekte mehrfach teurer werden als ursprünglich vorgerechnet.“ Und weiter. „Außerdem stehen wir erneut vor dem CO2-Problem, das bei allen Berechnungen grundsätzlich schöngerechnet – oder ganz ausgeklammert wird. So kann es nicht weiter gehen!“ kritisiert Ohliger. Wie auch der Taktfahrplan-Experte Prof. Dr. Wolfgang Hesse aus München betont: „Besser pünktlich und zuverlässig, als ein ambitioniert schneller Fahrplan, der nicht eingehalten wird!“. Die täglichen Berichte über die Verspätungen der Bahn sind dazu Argumentation genug, sagt das ABBD. Die Bahn, die sich selbst erst ab sechs Minuten als unpünktlich bezeichnet, soll einen minutengenauen Zielfahrplan bedienen? Im Mai 2022 waren nur 60% der Fernzüge pünktlich (Quelle: Deutsche Bahn). Finde den Fehler!

    Schnell viel bauen – statt schnell und unkompliziert CO2 Emissionen verhindern
    Der Mythos, die Bahn sei per se ein Klimaretter, ist einer bequemen Rechenweise geschuldet. „Wer nur gesparte Autokilometer in vermutete Bahnkilometer umrechnet, verkennt den wesentlichen Anteil der Bahn am CO2-Fußabdruck“ so die Meinung aller ABBD Mitgliedsinitiativen. Die Bahn ist längst nicht so grün, wie sie behauptet. Wer sich mit CO2-Kompensationszertifikaten freikauft, bläst eben dennoch weiterhin das klimaschädliche Gas in die Umwelt. Entscheidend ist weiterhin die fehlerhafte Methodik zur Berechnung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen bei Infrastrukturprojekten. Bei Straßenprojekten soll der Bundesverkehrswegeplan überarbeitet werden. „Das ist bei Bahnprojekten genauso zwingend erforderlich“ betont der ABBD-Sprecher. Der CO2-Ausstoß durch immensen Betonverbrauch und Maschineneinsatz der aktuell im BVWP (Bundesverkehrswegeplan) stehenden Bahnprojekte amortisiert sich erst zum Ende des
    Jahrhunderts. „Wie kann man da noch von Klimarettung sprechen?“ Ein Blick zurück reicht, um die massiven CO2 Emissionen der heutigen Gesellschaftsform zu erkennen:

    Quelle: https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Industrielle_Revolution

    Freie Fahrt für freie Bürger – gerne. Mit Augenmaß und Tempolimit
    Ein weiterer Mythos ist, dass Geschwindigkeit die Lösung aller Probleme sei. Wer sich sperrt, mit einer ganz einfach umzusetzenden Geschwindigkeitsbegrenzung tonnenweise CO2 einzusparen, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. So eine Geschwindigkeitsbegrenzung muss es auch für die Bahn geben – für Personen wie für Güterverkehre. Bei jeder Geschwindigkeitssteigerung steigen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß exponentiell an. Zudem hat Geschwindigkeit deutliche Auswirkungen auf den verursachten Lärm. „In einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland dürfen solche Aspekte nicht unter den Tisch fallen und müssen im Bestand und bei Aus- sowie Neubauten viel stärker berücksichtigt werden. Lärmende Hochgeschwindigkeit wird die langjährigen Verfehlungen in der Verkehrspolitik nicht wettmachen.“ betont ABBD-Sprecher Christoph Ohliger.

    Die Forderungen des Aktionsbündnis Bahn Bürger Initiativen
    Das ABBD fordert alle Bundes- und Landespolitiker*innen auf, sich mit den Grundlagen der Bewertungsmethodik von Infrastrukturmaßnahmen kritisch auseinanderzusetzen. Das Methodenhandbuch muss auf die aktuellen Gerichtsentscheidungen und Erkenntnisse zu Themen wie Auswirkung auf Mensch und Klima sowie CO2-Ausstoß hin überarbeitet werden. Der ABBD fordert weiterhin die Erarbeitung eines Zielfahrplans „Vernunft“, der auf die Prämissen „Nutzen was da ist“ und „Ausbau vor Neubau– auch für den Güterverkehr“ bei geringeren Geschwindigkeiten setzt. Emissions-, energie- und ressourcensparende Zielsetzungen müssen stärker berücksichtigt werden.

    Das ABBD vereint Bürgerinitiativen, die deutschlandweit Bahn-Großprojekte kritisch betrachten, ÖPNV-Projekte vertreten und sich für umfassenden Emissionsschutz einsetzen. Sämtliche Initiativen im Aktionsbündnis fordern von Politik, Wirtschaft und Verkehrsindustrie die Priorisierung vier elementarer Maßstäbe:

    • vernünftige Verkehrspolitik
    • sinnvolle Bahnentwicklung
    • echte Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe
    • nachhaltiger Schutz von Mensch, Natur und Klima.

    https://abbd.info/
    Juni 2022

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